Königs Wusterhausen 2030 –
Stadt der Vielfalt, Stadt der Generationen.


Einleitung

Unsere Heimatstadt Königs Wusterhausen hat in den vergangenen 10 Jahren eine rasante Entwicklung erfahren. Die Einwohnerzahl ist deutlich angestiegen, die Arbeitslosenquote liegt auf niedrigem Niveau – die über 3000 Gewerbetreibenden in der Stadt bilden das Fundament einer soliden Wirtschaftslage. Mit den Partnerkommunen Schönefeld und Wildau ist Königs Wusterhausen im regionalen Wachstumskern landesweit stark aufgestellt und Wachstumsmotor für den Landkreis Dahme-Spreewald.

Wachstum bringt aber auch Herausforderungen. Unsere Bildungsinfrastruktur, die Verkehrs- und Mobilitätskonzepte, Stadtentwicklung, Kultur- und Freizeitangebote, sowie die Leistungsfähigkeit der Verwaltung müssen sich dem neu gewachsenen Bedarf anpassen.

Ich trete an, mich diesen Herausforderungen als Bürgermeister zu stellen und gemeinsam mit der Stadtverordnetenversammlung und den Ortsbeiräten unser Königs Wusterhausen unter dem Leitbild einer Stadt der Vielfalt und einer Stadt der Generationen zu gestalten.

Ich arbeite für eine Stadt, die bis 2030 ihr Leitbild umgesetzt hat. Dazu gehört:

– ein vielfältiges Bildungsangebot mit besten Rahmenbedingungen und guter inhaltlicher Qualität

– eine lebendige Stadt mit lebendigen Ortsteilen, in der es für alle Generationen Kultur- und Freizeitangebote gibt

– ein vom Ehrenamt geprägtes und getragenes gesellschaftliches Leben, welches eine angemessene Unterstützung und Würdigung erfährt

– eine starke und innovative Wirtschaft mit qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen und einem bedarfsgerechten Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot

– ein ausgewogenes Wohnungsangebot, was die soziale Vielfalt in den Stadtquartieren sicherstellt

– die Sicherung der Lebensqualität durch innovative und nachhaltige Angebote und Konzepte und einem ausreichendem Lärmschutz

– eine Stadt die sowohl analog, als auch digital barrierefrei erlebbar ist

– eine Stadt, in der alle mitgenommen und in Entscheidungen einbezogen werden

– eine leistungsfähige und transparente Stadtverwaltung

– eine Stadt in der alle sicher und beruhigt leben können

1. Gute Bildung von Beginn an

Wir brauchen die besten Lernbedingungen für unsere Kinder – das hat für mich Priorität. Unsere Stadt wächst und unsere Schulen und Kitas müssen ausreichende Kapazitäten für Kinderbetreuung, Unterricht und Hort zur Verfügung stellen. Erweiterungs- und Neubauten müssen zügig umgesetzt werden.

Das sind unsere Ziele:

  • Neubau der Kita „SpielSpaß“ in der Rosa-Luxemburg-Str.
  • Neubau von Kitas in Kooperation mit privaten Bauträgern in Zernsdorf und im Königspark
  • Neubau der Grundschule in Senzig auf dem Bullenberg
  • Ergänzungsneubau der Grundschule in Zeesen
  • Erweiterung der Grundschule in Zernsdorf
  • Einrichtung einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe am Standort der Herder-Oberschule
  • Vergrößerung der Grundschulkapazitäten an der Wilhelm-Busch-Grundschule
  • Errichtung eines Horts für die Grundschule Erich Kästner und Schaffung ausreichender Hortplätze
  • Sanierung der Kita in Wernsdorf
  • Erhalt der Schule des zweiten Bildungsweges des Landkreises in der Stadt
  • Schrittweise Sanierung aller weiteren Kita- und Schulgebäude
  • Regelmäßige Bedarfsanalysen und Fortschreibung von Bevölkerungsprognosen, um frühzeitig Platzkapazitäten anzupassen und um Fehler der Vergangenheit zu vermeiden
  • Ausbau der Schulsozialarbeit, auch an Grundschulen
  • Erarbeitung alternativer Konzepte der Kinderbetreuung um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherzustellen, z.B. Kitas mit erweiterten Öffnungszeiten
  • Aufbau eines kommunalen Netzwerkes unter Federführung der Stadt Königs Wusterhausen im Kampf für stärkere Beitragsentlastung bei den Kita-Gebühren gegenüber dem Land
  • Ausbau und stärkere Förderung von Kooperationsprojekten in den Ganztagsschulen
  • Einrichtung einer effektiven Kita-Koordination bei der Stadtverwaltung

2. Zusammenhalt, darauf kommt es an

Ohne Ehrenamt geht es nicht. Das kulturelle und gesellschaftliche Leben unserer Stadt wird von vielen engagierten Menschen geprägt. Dieses gilt es zu würdigen und noch besser zu fördern.

Das sind unsere Ziele:

  • Ausbau und Entbürokratisierung der Kulturförderung zur Förderung eines lebendigen kulturellen Lebens
  • Schaffung von Bürgerhäusern in jedem Ortsteil und eine optimale Betreuung der Häuser durch die Stadtverwaltung
  • Bau einer Stadthalle, dabei sollen Sport- und Kulturvereine, sowie private Veranstalter in den Planungsprozess einbezogen werden
  • Förderung von überregional bedeutsamen Kulturveranstaltungen
  • Ausbau der Sportförderung mit dem Bekenntnis für den Breiten- und Nachwuchssport, aber auch für den Leistungssport
  • Bau eines Hauses des Sports als Anlaufstelle für Sportvereine und als Geschäftsstelle für den Kreissportbund Dahme-Spreewald sowie als Heimstätte der Initiative „Sport in KW“
  • Erarbeitung eines Sportentwicklungskonzeptes
  • Erarbeitung eines attraktiven Nutzungskonzeptes städtischer Sportanlagen
  • Einrichtung einer Stelle für städtische Sportkoordination
  • zügige Umsetzung des Neubaus der Hauptwache der Feuerwehr Königs Wusterhausen auf dem Funkerberg
  • Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in Wernsdorf
  • Würdigung des Ehrenamtes durch die Schaffung eines Tages des Ehrenamtes
  • Schaffung von attraktiven Angeboten für Inhaber der Ehrenamtskarte des Landes
  • Erhalt und Ausbau der Jugendsozialarbeit, Schaffung eines Jugendclubs in Zeesen und eines Jugendfreizeitzentrums im Wohngebiet „Luckenwalder Str. Nord“
  • Fortsetzung der Förderung sozialer Einrichtungen wie dem Familienzentrum, dem Mehrgenerationenhaus oder dem sozialen Zentrum
  • Umsetzung des Entwicklungskonzeptes für das Neubaugebiet unter fortlaufender Beteiligung der Anwohner und der weiteren Verbesserung des Wohnumfeldes und der Lebensqualität
  • Umsetzung des Integrationskonzeptes

3. Wachstum sozial gestalten

Königs Wusterhausen ist eine wachsende Stadt und bietet gute Entwicklungschancen, dennoch ist Wachstum maßvoll und sozial zu gestalten. Der Wohnungsbau und die Schaffung sozialen und bezahlbaren Wohnraums wird Schwerpunkt unserer Arbeit, ebenso wie die Ansiedlung von Gewerbe.

Bei der Ausweisung neuer Flächen für den Wohnungsbau sollen die Flächen nach Innen verdichtet und die Versiegelung in den Randgebieten gebremst werden. Die Vorhandenen Flächen müssen auch durch den mehrgeschossigen Wohnungsbau effektiv genutzt werden. Es darf keinen Massenwohnungsbau geben, der unseren städtischen Wohnungsmarkt überfordert und den Bestand unserer städtischen Gesellschaft gefährden könnte, sondern eine dem Bedarf angepasste moderate Entwicklung des Wohnraums.

Sozialer Wohnungsbau und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum heißt für uns, dass insbesondere die städtische Wohnungsbaugesellschaft ihre Mietpreiskalkulation so aufstellt, dass für alle das Wohnen in modernen und attraktiven Wohnungen möglich ist. So wird auch die soziale Durchmischung in den Wohnquartieren sichergestellt.

Neben der Ansiedlung von neuem Gewerbe ist es auch die Aufgabe eines Bürgermeisters sich regelmäßig mit den bereits ansässigen Unternehmen und Gewerbetreibenden auszutauschen und bestehende Netzwerke zu fördern. Auch die Zusammenarbeit mit der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Dahme-Spreewald wird ein Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik der Stadt darstellen.

Das sind unsere Ziele:

  • Zügige Entwicklung des Quartiers rund um das ehemalige Gaswerk in der Scheederstr. für den Wohnungsbau
  • Ausweisung weiterer Entwicklungsflächen für Wohnungsbau im Königspark und auf dem Funkerberg
  • Nutzung von haushaltstechnischen Steuerungsmöglichkeiten bei der Unterstützung der WoBauGe für die Schaffung von sozialem und bezahlbarem Wohnraum
  • Ausweisung weiterer Entwicklungsflächen für die Schaffung von Wohnraum in den Ortsteilen
  • Schaffung von Mehrgenerationenhäusern und Wohnparks in den Ortsteilen um es insbesondere älteren Bürgerinnen und Bürgern auch im Alter zu ermöglichen, in ihrer gewohnten Umgebung wohnen zu bleiben
  • Ansiedlung von hochwertigem und innovativem Gewerbe auf dem Funkerberg, im Königspark, im Industriegebiet Niederlehme und im Hafen
  • Neustart beim Hafen mit einem Zukunftskonzept
  • Umsetzung des Museumskonzeptes für das Sender- und Funktechnikmuseum auf dem Funkerberg, um die Anziehungskraft des historischen Ortes auch überregional weiter zu erhöhen
  • Erarbeitung eines Zukunftskonzeptes für die denkmalgeschützten Senderhäuser 2 und 3 auf dem Funkerberg
  • Schaffung von Generationenflächen
  • Einführung von freien WLAN-Hotspots in der Innenstadt
  • Neubau von Spielplätzen und Sanierung bestehender Spielplätze
  • Stärkung des Tourismus durch die Evaluation und Umsetzung vorhandener Konzepte, hier besteht großes wirtschaftliches Potential für die Region, sowie die Schaffung einer Stelle für Tourismus in der Stadtverwaltung
  • Bau einer Brücke zwischen der Mühleninsel und dem Schlosspark um die Diagonalverbindung zwischen den Zentren Schoss/Kirchplatz und Bahnhofstraße herzustellen

4. Mobilität neu denken

Königs Wusterhausen braucht einen guten öffentlichen Personennahverkehr. Im Busverkehr muss es ein sinnvolles und bedarfsgerechtes Angebot geben. Der ÖPNV sollseinen Beitrag zum Zusammenwachsen der Stadt mit allen Ortsteilen leisten. Die schnelle Erreichbarkeit aller Teile der Stadt, auch zu späterer Stunde oder am Wochenende ist unser Ziel. Weiterhin wird Königs Wusterhausen seinen Teil für die Umsetzung innovativer und nachhaltiger Mobilitätskonzepte beitragen.

Das sind unsere Ziele:

  • Umsetzung des Verkehrskonzeptes
  • Bau eines Parkhauses im Bahnhofsumfeld
  • Erweiterung des Bahnhofes Königs Wusterhausen um die Taktung der S-Bahn und des Regionalverkehrs zu verbessern, sowie Einsatz beim Land und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg für die Verbesserung des Regionalverkehrs zwischen Berlin und Cottbus
  • Neukonzipierung des ÖPNV in der Stadt, um die Erreichbarkeit aller Teile der Stadt zu gewährleisten
  • Umsetzung von E-Mobilitätskonzepten, unter anderem durch den Ausbau des Ladesäulen-Netzes
  • Förderung von Innovativen Leuchtturmprojekten wie selbstfahrende Busse
  • Ausbau des Radwegenetzes und den Bau von Fahrradrastplätzen um das Ziel „fahrradfreundliche Kommune“ umzusetzen
  • Konzipierung und Umsetzung eines barrierefreien Übergangs an der Schleuse Neue Mühle und Wiedereinrichtung der Bootsschleppe
  • bessere Ausnutzung gesetzlicher Möglichkeiten für mehr Verkehrssicherheit unter Einbindung des Straßenverkehrsamtes des Landkreises, nicht immer sind Geschwindigkeitsreduzierungen möglich, aber denkbar wären auch zusätzliche Fahrbahnaufmalungen oder das Aufstellen von digitalen Geschwindigkeitsanzeigen
  • Anbindung der B179 N an den Gewerbepark Zeesen
  • Verschönerung der Bahnhofsumfelder in den Ortsteilen
  • Fortführung des Straßenausbaukonzeptes und Vermittlung der Stadtverwaltung bei privat-finanzierten Straßenbauprojekten
  • Sukzessive Sanierung aller Straßen und Gehwege um Barrierefreiheit in der Stadt herzustellen

5. Transparente und bürgernahe Verwaltung

Eine wachsende Stadt braucht eine moderne und leistungsfähige Verwaltung, die in der Lage ist die Herausforderungen und die ihr gestellten Aufgaben zu bewältigen. Die Stadtverwaltung Königs Wusterhausen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich professionalisiert und ist gut aufgestellt. Es sind jedoch auch noch Potenziale vorhanden, die noch nicht voll ausgeschöpft werden und nicht in allen Bereichen ist der derzeitige Personalbestand ausreichend, um alle Aufgaben zufriedenstellend zu erfüllen.

Eine moderne Verwaltung gestaltet Stadtentwicklung im Miteinander – das heißt für mich: Miteinander mit den gewählten Vertretern in der Stadtverordnetenversammlung und den Ortsbeiräten, sowie mit allen Bürgerinnen und Bürgern.

Das sind unsere Ziele:

  • Regelmäßige Bürgermeisterstammtische und Bürgermeistersprechstunden, um direkt ansprechbar für die Bürgerinnen und Bürger zu sein
  • Erstellung einer Personalbedarfsanalyse, um Personal zielgerichtet einzusetzen und um die Erfüllung aller Aufgaben zu gewährleisten
  • Erstellung eines Personalentwicklungskonzeptes, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern berufliche Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen
  • Stärkere Bürgerbeteiligung, bspw. durch Workshops, Umfragen, die Einführung eines Bürgerhaushaltes oder die Einführung einer „Liquid-Democracy“-Plattform auf der Internetseite der Stadt
  • verbesserte Öffentlichkeitsarbeit durch eine stärkere Präsenz im Internet, dazu zählen eine neue Internetseite, eine Ausweitung der Aktivitäten auf Facebook, die Umsetzung einer echten Stadt-App und ein You-Tube-Kanal
  • Weiterentwicklung des „Rathaus Aktuell“ zu einem modernen Stadt-Informationsmagazin
  • weitergehende Professionalisierung des Stadtmarketings
  • Verbesserung des Beschwerdemanagements bei der Stadtverwaltung und auf der Internetseite, bspw. durch die Einführung des „MAERKER“
  • Einführung eines Live-Streams für die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung
  • Bereitstellung von digitalen Bürgerdienstleistungen, das erspart den Bürgerinnen und Bürgern Wege und Wartezeiten

6. Gemeinsam für mehr Sicherheit

Königs Wusterhausen ist eine sichere Stadt – das soll auch so bleiben. Wir sind uns bewusst, dass das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger nach einigen Vorfällen am Bahnhof und durch den Anstieg der Wohnungseinbrüche in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch wenn die direkten sicherheitspolitischen Gestaltungsmöglichkeiten eines Bürgermeisters oder der Stadtverwaltung begrenzt sind, wollen wir Initiativen ergreifen um ein sicheres Leben in unserer Stadt zu gewährleisten.

Das sind unsere Ziele:

  • Erstellung eines sicherheitspolitischen Handlungskonzeptes für unsere Stadt
  • Verstärkung der Sicherheitspartnerschaft zwischen dem Ordnungsamt und der Polizei
  • eine jährlich stattfindende Sicherheitskonferenz mit allen Beteiligten (insbesondere Polizei und Ordnungsamt) sollte die aktuelle Sicherheitslage erörtern und ggf. Strategien entwerfen.
  • die Stärkung der Präventionsarbeit und des Präventionsrates
  • verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften (Polizei und Ordnungsamt) am Bahnhofsvorplatz und auf dem Fontaneplatz

7. Ortsteile

Seit der Gemeindegebietsreform im Jahr 2003 und einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung im Jahr 2013 besteht die Stadt Königs Wusterhausen aus acht Ortsteilen. Das Zusammenwachsen aller Teile der Stadt ist auch aufgrund einer mit Augenmaß erfolgten Haushalts- und Investitionsplanung der Stadtverordnetenversammlung zu großen Teilen geglückt. Jeder Ortsteil ist einzigartig und verfügt über eigene gewachsene Traditionen und Strukturen. Die Identitäten der Ortsteile sollen erhalten und die bestehenden Strukturen im Ehrenamt gefördert werden.

Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass im Austausch der Ortsteile die Kommunikation mit der Stadtverwaltung verbessert wird, um alle Anliegen aus den Ortsteilen aufzunehmen. Als Bürgermeister möchte ich auch stärkere Präsenz in allen Ortsteilen zeigen, sowohl bei gesellschaftlichen Anlässen, in den Vereinen, aber auch in den Gremien.

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